Verschiedene Handelsstrategien

Warum du verschiedene Handelsstrategien gleichzeitig verfolgen solltest

Buy-and-Hold, Dividenden, Optionen, Devisenhandeln und Daytrading. Alles verschiedene Strategien um dein Vermögen anwachsen zu lassen oder auch zu verbrennen. Seit ich mich in der Finanzcommunity aufhalte ist ein wahrhafter Krieg zwischen den Verfechtern der jeweiligen Strategien entbrannt. Die einen sagen, nur langfristiges Investieren in ETFs führt dich zum Reichtum. Andere mischen noch Einzelaktien dazu.

Die Dividendenjünger schauen gar nicht auf Kursgewinne oder –verluste. Für sie zählen nur die monatlichen Ausschüttungen. Regelmäßige Cashflows möchten auch Optionshändler. Es soll aber bitte etwas schneller gehen!

Am ganz anderen Ende sitzen die Daytrader, die tagein und tagaus auf ihre Monitormauer schauen und auf die verlockenden kurzfristigen Trades warten.

 

Was mache ich alles?

Wie ihr in einen meiner vorherigen Artikel mitbekommen habt, habe ich neben dem Optionshandel nun auch mit der Dividendenstrategie begonnen.

Daneben habe ich mein allererstes Depot, welches ich vor 1,5 Jahren mit stinklangweiligen ETF Buy-and-Hold begonnen habe. 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets.

Ihr seht also, dass ich nicht für die eine Strategie kämpfe, sondern dass ich eine bunten Warenkorb aus verschiedenen Strategien besitze.

 

Welche Eigenschaften haben die einzelnen Strategien?

Aktive Fondprodukte deiner Hausbank

Beginnen wir mit aktiv gemanagten Fonds von deiner Hausbank: Meine Meinung dazu? Lass die Finger davon und flüchte ganz schnell von deinem Bankverkäufer! Gründe gegen aktive Fondprodukte findet ihr im Standardwerk von Gerd Kommer „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen“ genügend.

Ich habe einige der mir angebotenen Produkte genauer angeschaut. Das heißt, auch das Kleingedruckte gelesen.

Und ich komme immer wieder auf folgende Nachteile: Kosten, Kosten, Kosten. Soviel Mehrrendite kann ein solcher Fond gegenüber einen ETF gar nicht entwickeln um die Provisionen und Gebühren wieder rein zu handeln!

ETFs

ETFs in Kombination mit Buy-and-Hold empfehle ich mittlerweile allen Leuten, die keine großartige Lust haben sich mit dem Thema Börse zu beschäftigen. Eine gesunde Mischung aus MSCI World und Emerging Markets reicht aus um zu starten. Wichtiger ist viel mehr dann regelmäßige Einzahlungen zu tätigen und ab und zu ein Rebalancing vorzunehmen, um das richtige Verhältnis wiederherzustellen.

Größter Vorteil hierbei ist, dass kaum Zeit benötigt wird und dennoch schöne Renditen generiert werden können.

Buy-and-Hold oder Value-Investing mit Einzelaktien

Buy-and-Hold mit Einzelaktien ist in meinen Augen dann die nächste Stufe für alle, die sich doch etwas intensiver mit der Materie Börse auseinander setzen wollen.

Kennzahlen analysieren, Geschäftsberichte lesen, nach neuen Werten screenen und eine gesunde Diversifikation herstellen, sind hierbei die Stichpunkte. Für mich fängt es erst hiermit an, dass das Thema Spaß macht. Du kannst Unternehmen dir aussuchen, deren Produkte du selbst in Verwendung hast oder die du jeden Tag auf der Straße erblickst. Ethisch investieren oder nach den zukünftigen Wachstumsraketen zu suchen – kein Problem! Oder wie wär’s mit ein paar Nebenwerten, die niemand so auf der Scheibe hat?

Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie ist eine kleine Erweiterung von Buy-and-Hold mit Einzelaktien. Jährliche, vierteljährliche oder monatliche Ausschüttungen sind Ziel von vielen Leuten, die sich ein passives Einkommen aufbauen möchten. Mit einem genügend großen und regelmäßigen Cashflow kommst du damit der finanziellen Freiheit ganz nah. Dividenden bezahlen dir dann deinen gesamten Ausgaben fürs Leben. Ohne, dass du dafür arbeiten musst!

Auch die Substanz deines Depots (Verkauf von Anteilen) sollte nicht leiden müssen.

Um aber wirklich von den Dividenden leben zu können bedarf es eines sehr großen Depots. Und dieses will erst mal über die Jahre aufgebaut werden!

Optionshandel

Abhilfe schafft hier der Optionshandel. Der Optionshandel mithilfe der Stillhalterstrategie ist sozusagen das Nitro für unsere Rendite. Wir verkaufen regelmäßig Put-Optionen auf verschiedene Aktien und bekommen dafür eine Prämie. Hiermit lassen sich durchaus 2% oder höher monatlich erzeugen. Die Strategie ist deutlich weniger entspannt und zeitaufwendiger. Nähere Details hierzu kannst du aus meinen Optionsartikeln entnehmen.

 

Warum mehrere Strategien mischen?

Ich halte gar nichts davon sich einem Lager zu verschreiben und eine Strategie auf Fleisch und Blut zu verteidigen. Jede Strategie hat seine Vor- und Nachteile!

Mein Ziel ist es jedenfalls, möglichst viele Vorteile zu erlangen. Deines doch sicherlich auch, oder?

Für mich als aktiven Investor sind ETFs zu langweilig. Ich kann nicht wirklich entscheiden, welche bestimmten Unternehmen ich haben will und welche nicht. Ich muss immer das nehmen, was der ETF nachbildet.

Dennoch haben für mich ETFs auch einen riesigen Vorteil: Ich kann mit ihnen Märkte handeln, die mit normalen Einzelinvestments teilweise sehr schwierig zu erreichen sind. Gerade Emerging Markets, wie der aufstrebende chinesische Markt, sind super geeignet für ETFs. Hier macht es auch sehr viel Sinn das Risiko zu streuen, da zum Beispiel viele große chinesische Firmen den Ansichten der Regierung ausgesetzt sind. Ebenso das Thema Quellensteuer oder zuverlässige Informationsquellen (Bilanzen, Geschäftsberichte usw.) sind in den Schwellenländern nicht immer so einfach, wie es in vielen Industrienationen der Fall ist.

Ich habe derzeit in meinen alten Depots ein paar Anteile des MSCI Emerging Markets, die ich auch nicht vor habe zu verkaufen. Ein weiterer Ausbau ist aber in naher Zukunft erstmals nicht geplant. Die Anteile haben mir aber auch schon sehr schöne Buchgewinne beschert bisher.

Als Verfolger der finanziellen Freiheit lege ich sehr viel Wert auf regelmäßige Einnahmen. Ich möchte nicht abhängig von Kursschwankungen sein. Und auch das Verkaufen von Anteilen möchte ich möglichst vermeiden. Deswegen sehe ich hier die Dividendenstrategie als einen der wichtigsten Fahrpläne meiner Investments an. Kein anderes Mittel der Geldanlage bietet mir die Möglichkeit eines einigermaßen stabilen, vorhersehbaren und regelmäßigen Passiv-Einkommen!

Um schneller mittels der Dividendenstrategie Fahrt aufnehmen zu können und auch schon heute spürbare Cashflows zu generieren, betreibe ich die Stillhalterstrategie mit Optionen. Ziel ist es den Optionshandel so lange zu betrieben, bis ein ausreichend großes Dividendendepot verfügbar ist, um die finanzielle Unabhängigkeit auskosten zu können.

 

Fazit

Bleibe nicht in deinem Status-Quo gefangen! Werfe einen Blick über den Tellerrand hinaus und schau dir auch mal andere Strategien an. Probiere dich mit kleinem Einsatz. Nur wenn du es selbst ausprobiert hast, kannst du feststellen, ob du dich damit wohlfühlst. Mit der Zeit wirst du deinen optimalen Weg finden und der finanziellen Freiheit und dem Reichtum immer näher kommen! Die eine Strategie gibt es nicht! Sondern nur deine eigene!

Auch komplette neue Zukunftsfelder wie Fintechs oder die allseits beliebten P2P-Kredite solltest du auf dem Radar haben und für dich entscheiden, ob du darin investieren willst.

Das letzte halbe Jahr hat es sehr viel Umbruch gegeben in meinen Investmentstrategien. Der Optionshandel hat mich viel näher an die Märkte gebracht. Meinen Horizont und meine Ziele völlig umgewürfelt. Ich habe meine ersten Dividenden erhalten. Und und und…

Welche Investment- oder Tradingstrategien verfolgt ihr so? Mit welchen Absichten – Vermögensbildung, regelmäßiger Cashflow etc?

4 thoughts to “Warum du verschiedene Handelsstrategien gleichzeitig verfolgen solltest”

  1. Hi Emanuel,

    Haben ja die gleiche Ansicht bzgl. Strategie/n😉

    Da ich mit meinem „Value-Dividenden-Depot“ erst im April diesen Jahres angefangen habe, habe ich doch eher zu „Höchstständen“ gekauft mit zwischenzeitlichen Gewinn- und Dividendenmitnahmen.
    Bin gerade dabei es mehr oder weniger aufzulösen.
    Alles mit Gewinn habe ich verkauft und das Geld ins Optionsdepot verlagert, die Anteile mit Buchverlust werden ausgesessen🙄
    Ich will hier auf eine Korrektur des Marktes warten um wieder einzusteigen.
    Auf dem Optionsdepot kann das Geld dann auch schön arbeiten, ohne dass ich an der Seitenlinie stehe und was verpasse👍

    Die Korrektur kann dann also bald kommen😂😉

    1. Hi Christian,

      ich habe zur Zeit ein paar neue Werte im Blick für die Aufrüstung meines Dividendendepots, die etwas zurück gekommen sind. Ich denke interessante Momentan-Schwächlinge kann man auch in einer heiß gelaufenen Marktphase finden.

      Gruß,
      Emanuel

  2. Hallo Emanuel,

    Ich denke, zu viele Strategien auf einmal sind auch nicht wirklich zielführend. Hat man ein kleines Konto, ist man ohnehin gezwungen sich für mehr oder weniger eine Strategie zu entscheiden. Ich bin der Meinung das man eine Strategie perfekt beherrschen sollte und diese dann im Laufe er Zeit ausbauen und verbessern sollte. Natürlich kann man nach einer gewissen Zeit eine neue Strategie zusätzlich probieren, halt mit einem kleinern Konto zum Testen. Was mir aber gefällt ist, wenn man verschiedene Strategien miteinander kombiniert. Zum Beispiel die Stillhalter Strategie mit der Buy and Hold Strategie.

    Zurzeit handle ich nur die Stillhalter Strategie. Sobald das Konto einen bestimmten Betrag erreicht hat,möchte ich die Buy and Hold mit der Stillhalter Strategie verbinden.

    Lg Michael

    1. Hi Michael,

      zu viele verschiedene Strategien schlecht auszuführen ist sicherlich nicht zielführend und wird einen eher ärmer machen. Für mich ist es wichtig, dass man die Augen offen hält und für sich persönlich bewertet, ob eine Strategie funktioniert oder nicht. Wenn man mit einer Strategie glücklich ist, dann wäre es fatal, diese zwanghaft aufzugeben.

      Stillhalter mit Buy-and-Hold / Dividendenstrategie ist auch mein derzeitiges und favorisiertes Konstrukt.

      Gruß,
      Emanuel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.