Sentimentanalyse

Sentimentanalyse – Stimmungsthermometer an der Börse

Schwitzige Hände, der ständige Blick auf die Uhr – wann ist es denn endlich soweit bzw. wann ist es wieder vorbei – und das mulmige Gefühl im Magen. Dies sind Zeichen für Angst und Nervosität bei uns Menschen. Auf der anderen Seite verleitet uns die Gier nochmal einen vollen Teller vom Buffet zu holen oder den großen Reichtum anzustreben. Wie wäre es, wenn wir ein entsprechendes Gefühlsthermometer auch für den Aktien- und Finanzmarkt hätten und somit Angst und Gier erkennbar machen könnten?

Diesen Anspruch versucht die Sentimentanalyse zu erheben. Denn diese versucht mithilfe verschiedener Analysemethoden und Indikatoren die Stimmung des Marktes (= Summe aller dort beteiligten Anlegern) zu erfassen, in einen von uns lesbaren Wert darzustellen und uns eine möglichst fundierte Vorhersage über den weiteren Verlauf des Kurses zu liefern. Insbesondere setzt die Bewertung dieser Daten auf die Grundzüge der Verhaltensökonomie (engl. Behavioral Finance), dem menschlichen Verhalten in wirtschaftlichen Situationen.

Nutzt man die Sentimentanalyse um den zukünftigen Trend, ob bullisch oder bärisch, zu bestimmen, muss man die Stimmung konträr deuten. Das bedeutet, dass bei übertriebenen Optimismus, irgendwann eine Korrektur erwartet wird. Und bei starker negativen Stimmen, der Kurs wieder nach oben gehen soll.

Meiner Meinung nach sollte man die Sentimentindikatoren nutzen, um zu einem allgemeinen Stimmungsbild zu gelangen. Dennoch sind sie mit hoher Vorsicht zu genießen bezüglich ihrer Vorhersagbarkeit der Zukunft. Des Weitern sollte man sich nicht auf einen Indikator alleine stützen, sondern mehrere gleichzeitig auswerten und beurteilen.

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Blick in die Zukunft

Blick in die Zukunft – doch nicht so leicht?

Daniel Kahneman beschreibt in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ eine, in meinen Augen, der wichtigsten Regeln für den Erfolg an der Börse:

„Im Rückblick ergibt alles einen Sinn, eine Tatsache, die Finanzexperten jeden Abend ausnutzen, wenn sie überzeugende Erklärungen für die Ereignisse des Tages liefern. Und wir können nicht die mächtige Intuition unterdrücken, dass das, was heute im Rückblick einen Sinn zu ergeben scheint, gestern vorhersagbar war. Die Illusion, wir verstünden die Vergangenheit, fördert die Überschätzung unserer Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen.“

Überall sprießen die selbsternannten Crash-Propheten aus dem Boden und nähren die Angst der Anleger vor dem nächsten Ruin und dem damit verbundenen dicken Minus auf dem Depot. Auf der anderen Seite spornen Finanzindustrie und –medien tagtäglich für den großen Traum vom Mega-Jackpot an – die riesigen Gewinne warten doch nur noch auf uns!

Aus der Vergangenheit zu lernen ist definitiv möglich und man sollte dies auch so oft wie möglich nutzen. Sicherlich gibt das aktuelle Stimmungsbild eine gewisse kurzfristige Sicherheit. Aber anhand der Vergangenheit bzw. der gegenwärtigen Geschehnisse gleich zu schlussfolgern, wie die Zukunft bzw. wie das nächste Jahr aussieht, entspricht definitiv nicht meiner Vorstellung! Hierbei spielen die Faktoren Glück und Zufall eine zu große Rolle.

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