Optionssprechstunde Altria

Die Optionssprechstunde – Lernen von echten Trades: Altria wird gerollt

Heute ist Premiere.
Nämlich von einem neuen Format auf Invest ABC.
Der Optionssprechstunde!

In der Optionssprechstunde werde ich dir einzelne Trades näher vorstellen. Du wirst dabei meine Beweggründe bei der Auswahl der jeweiligen Werte erfahren. Das konkrete Vorgehen bei meinen täglichen Check der offenen Positionen. Und natürlich werde ich dir auch die Frage beantworten, ob der Trade Geld verdient oder auch verloren hat. Ebenso möchte ich euch meine Lehren aus nun knapp 7 Monaten aktiven Optionshandel mithilfe der Stillhalterstrategie mitteilen.

Die Optionssprechstunde soll ein regelmäßiges Format werden. Anfangen möchte ich mit vergangenen Trades. Zum einen werde ich euch einige interessantere Optionsdeals vorstellen, zum anderen möchte ich aber auch den, zum Teil, eher langweiligen Alltag des Stillhalters wiedergeben.

Gerade Neulinge schreckt der Aufwand, des aktiven Handelns ab. Evtl. ist auch die schwierige, technische Einarbeitung in die TWS (Trader Workstation) eine große Hürde für den einen oder anderen.

Diese Angst möchte ich hiermit ein kleines bisschen nehmen.

Vielleicht wage ich mich bei Erfolg dieser Serie auch hin zu Livetrades, an denen ich dich dann mithilfe des Blogs teilhaben lasse und meine Gedanken währenddessen mit dir teilen werde. Der Ausgang wäre hierbei natürlich ungewiss.

Voraussetzung ist, dass du grundsätzlich mit den üblichen Begriffen des Börsen- und Optionshandel vertraut bist. Ziel ist vor allem die praktische Herangehensweise zu dokumentieren. Natürlich werde ich auch immer mal wieder etwas Theorie in die Optionssprechstunde einfließen lassen. Wer die Grundlagen noch schnell nachholen will, dem kann ich die sehr gute Website optionen-broker.de von Chri, einen meiner Bloggerkollegen, empfehlen.

Altria (MO): Seit langem mal wieder gerollt

Anfang August habe ich mal wieder die Chance ergriffen eine Put-Option auf Altria zu verkaufen. Altria (MO) ist einer der Großen im Tabakmarkt und verkauft Zigarreten, Zigarren und andere Tabakprodukte an die Konsumenten. Spannendes Geschäftsmodell, da man es hier hauptsächlich mit „Süchtigen“ zu tun hat, die sehr, sehr sicher, regelmäßig einkaufen. Ebenso zahlt das Tabakunternehmen eine schöne Dividende.

Altria Logo

FDA kündigt Nikotingrenze an – Altria stürzt 10% innerhalb eines Tages

Am 28. Juli 2017 verkündete die amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA, dass sie plane, Tabakprodukte „sicherer“ zu machen. Unter anderem soll der Nikotingehalt weiter gesenkt werden. Bestenfalls auf ein so niedriges Level, dass Zigaretten und Co. nicht mehr süchtig machen. Des Weiteren wollen sie auch die eingesetzten Aromen regulieren, um insbesondere Kinder und Jugendliche vom Start in die Raucherkarriere abzuhalten.

Der gesamte Tabakmarkt wackelte daraufhin, denn schließlich würde damit die FDA den Tabakherstellern erheblich schwächen! 10% ging es gleich noch am selben Tag runter für Altria. Auch der Kurs des größten börsengehandelten Konkurrenten, British American Tobacco (BAT), fiel ebenso über 10%.

In den Communities ging es dann wild her, was denn mit Altria los sei. Denn die Aktie ist überhaupt nicht für solche große Sprünge bekannt! Altria ist ein eher konservatives Langfristinvestment. Insbesondere des sehr stabilen Geschäftsmodelles.

 

Verkauf einer Put-Option wenige Tage nach der FDA-Ankündigung

Ich habe daraufhin einige Tage abgewartet und den Kurs beobachtet, insbesondere auf eine Bodenbildung. Die Aktie hielt sich nach dem Absturz zwischen 66$ und 65$. Daraufhin habe ich am 07.08.17 einen Short Put mit einem Strike von 64$ eröffnet. Den 08.09.17 hatte ich als Verfallsdatum genutzt. Somit hatte die Option einen Laufzeit von einen Monat.

Die damalige Optionsprämie habe ich leider nicht in meinem Trading-Protokoll vermerkt, da mich ansich nur die Prämie nach Verfall oder Schließen der Option interessiert. Ich vermute mal, dass sie so bei ca. 80$ Dollar lag. Aufgrund des hohen Absturzes stieg natürlich die Volatilität rasant hoch. Bei meinem Einstieg war sie aber auch schon wieder deutlich zurückgekommen, da keine weiteren kräftigen Kursbewegungen mehr folgten. Dies verminderte die Optionsprämie entsprechend.

Was bedeutet nun dieser Trade? Ich habe einen Put-Option bei einem Strike von 64$ verkauft mit einer Laufzeit von einen Monat. Das heißt ich „wette“ darauf, dass die Aktie nicht unter die 64$ fällt. Stichtag ist einen Monat später, der 08.09.17. Bleibt Altria über 64$ bekomme ich die vollständige Prämie. Geht sie darunter, müsste ich 100x Altria für 64$ abnehmen oder den Trade mit Verlust schließen.

Ich ging zu dem Zeitpunkt aus, dass kein weiterer Gap nach unten kommt aufgrund der FDA Ankündigung. Des Weiteren spekulierte ich darauf, dass sich die Börse wieder beruhigt, die Marktteilnehmer die Regulierungsideen der Regierung vergessen und der Kurs wieder auf alte Werte steigt.

Nach Verkauf der Option habe ich sofort eine Limit-Kaufordner gesetzt bei ungefähr der Hälfte der Prämie mit einer unendlich langen Laufzeit (GTC).

 

Altria verliert weiter leicht

Die darauffolgenden Tage und Woche ging es für den Zigarettenproduzenten Altria weiterhin bergab. Bei weitem nicht mehr so stark, aber das von mir gedachte Szenario trat erstmal nicht ein. Da ich meinen Strike doch recht nahe am aktuellen Kurs gesetzt hatte, war ich immer mal wieder leicht „in the money / at the money“. Der aktuelle Kurs war somit unter meines Strikes von 64$.

Erstmal hat mich das nicht besonders beunruhigt, da ich noch einiges an Zeit bis zum Verfallstag hatte. Zudem ging es auch immer mal wieder über den Strike.

Optionssprechstunde Altria

Kurs erholt sich erstmal nicht: Option wird gerollt

Ungefähr eine Woche vor Verfall der Put-Option stand MO bei ca. 63,50$. Ich machte mir schon Gedanken über meine Strategie.

Wenn es noch über die 64$ gegangen wäre, hätte ich einfach die Optionsprämie mitgenommen und alles wäre gut.

Wäre die Talfahrt weitergegangen, hätte ich nur drei Möglichkeiten. Entweder lasse ich mir 100 Aktien von Altria einbuchen für einen Preis von 64$. Oder ich muss die Option mit Verlust schließen bzw. reparieren.

Ich habe mich schlussendlich für die letzte Variante entschieden. Wieso?

Wer meinen August-Einnahmen-Report verfolgt hat, der weiß, dass mir im August Starbucks (SBUX) und Corning (GLW) eingebucht worden sind. Ich wollte mein Kapital weiterhin flüssig halten.

Zudem ist Altria für mich persönlich kein Wert, für den ich brenne. Fundamental und charttechnisch sicherlich interessant. Aber ich kann mich zum einen nicht mit den Produkten identifizieren (überzeugter Nichtraucher…) und außerdem spielen mir in dem Markt zu viele Regierungen mit, die gerne ein „gesundes“ Volk haben möchten. Die Pharmabranche mag ich deswegen auch nicht so gerne. Denn ein blödes Gesetz kann den ganzen Laden erheblich beschädigen. Und gerade im Gesundheitsbereich mischt sich der Staat besonders gerne ein.

Die zweite Möglichkeit (Verlust realisieren) kann man ziehen, wenn man nicht mehr von dem Trade überzeugt ist. Ich hingegen, sah aber weiterhin die erholenden Kursanstiege. Der Optionshandel erlaubt es deswegen, Trades zu adjustieren.

Ich habe somit meinen Short Put einen Tag vor Verfall am 07.09.17 mit einem Verlust von 86$ geschlossen. Gleich danach habe ich einen neuen Short Put mit einem Strike von 61$ eröffnet. Verfallstag war nun der 06.10.17.

Damit habe ich den Strike nach unten angepasst und zusätzlich dem Trade einen weiteren Monat Laufzeit gegönnt. Da zu diesem Zeitpunkt der Abwärtstrend intakt war, habe ich mich eher für eine vorsichtigere Variante entschieden.

Altria ging nochmal gefährlich nahe an meinen neuen Kurswert. Doch dann folgte eine kleine Erholungsphase, die ich nutzte.

Am 22.09.17 konnte ich die Option vorzeitig mit einem Gewinn von 35$ schließen. Mein Gesamtverlust mit Altria reduzierte sich damit auf 51$.

 

Fazit

Ich hoffe, du konntest anhand dieses Trade-Berichts etwas für dein eigenes Handeln an der Börse mitnehmen. Mir ist es wichtig zu betonen, dass auch ich nicht unfehlbar bin und deswegen auch Opfer von Angst und Gier werden kann. Des Weiteren handle ich erst seit Februar 2017, wodurch ich mich absolut nicht als Guru oder Experte hervor heben möchte. Von dem her bin ich auch immer für Anregung, Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik offen.

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